28.05.2014 15:25

Die Zeitbombe im Körper


Das Bauchaortenaneurysma, eine Aussackung der Bauchschlagader, gehört zu den besonders ernsten gefäßmedizinischen Erkrankungen. Wird es nicht rechtzeitig diagnostiziert, kann es lebensbedrohliche Folgen für die betroffenen Patienten haben. Beim Screening-Tag im St. Josefs-Hospital Cloppenburg haben sich auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie über 100 Menschen einer Bauchschlagaderuntersuchung mittels Ultraschall unterzogen, um ein mögliches Risiko rechtzeitig zu erkennen.

Zu den besonders gefährdeten Patientengruppen gehören Menschen über 65 Jahre, Raucher, Menschen mit Gefäßerkrankungen oder einer familiären Vorgeschichte , sowie Patienten, die an Bluthochdruck leiden oder sich einer Cortisontherapie unterziehen.

Dr. Nicole Bogun, Leitende Ärztin für Angiologie im St. Josefs-Hospital, weist auf die Notwendigkeit der Prävention hin: „Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und ungefährlich. Sie ist der einzige Weg, die tickende Zeitbombe Aneurysma im Körper zu entdecken, bevor eine ernste medizinische Notlage eintritt.“
Die internistische Gefäßmedizinerin, die auch Kollegen aus anderen Fachrichtungen in Schulungen detailliert über das Krankheitsbild aufklärt, erläutert die möglichen Risiken: „Ab einer Größe von ca. 4,5 cm droht der lebensbedrohliche Einriss der Bauchschlagader, ähnlich einem aufgeblasenen Luftballon. Das Gefäß hat normalerweise eine Weite von bis zu 2 cm. An einem Einriss der Bauchschlagader versterben immer noch etwa 50 Prozent der Patienten, da sie zumeist nicht mehr rechtzeitig die Klinik erreichen.“

Dr. Wojciech Klonek, Chefarzt der Gefäßchirurgie und Endovaskulären Chirurgie, bestätigt die oft unterschätzte Brisanz der Erkrankung: „Bleibt das Aneurysma unentdeckt, kann es zu einem plötzlichen Tod durch inneres Verbluten führen.“ Das interdisziplinäre Gefäßzentrum des St. Josefs-Hospitals kann Risikopatienten jedoch mit einem vorbeugenden Eingriff verlässlich helfen. Ab einer Erweiterung der Bauchschlagader auf etwa 4,5 cm bieten die Fachärzte den Einsatz einer schonenden Stent-Einlage oder eine Operation an. Bei der Stent-Einlage handelt es sich um ein feines Metallstützgitter für das betroffene Gefäß.

Der Screening-Tag wurde von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie ins Leben gerufen, um Patienten mit bislang unentdeckten Aussackungen der Bauchschlagader herauszufiltern. Unter den insgesamt 103 im St. Josefs-Hospital untersuchten Gästen am Aktionstag fiel bei 5 Patienten eine Erweiterung der Bauch- oder Beckenschlagader auf. Rechtzeitig, um weitere Kontrolluntersuchungen zu empfehlen und bei Bedarf die richtige Therapie zu finden.


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