22.05.2018 10:30

Schlaflabor des St. Josefs-Hospitals von der DGSM rezertifiziert


Bestätigung für die Cloppenburger Schlafmedizin: Dr. med. Thomas Möller, Dr. med. Ulrich Nerenz , Dr. med. Bernadette Bröring-Wolf, Dr. med. Norbert Naber und (v.l.n.r.) mit dem Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. (Quelle: St. Josefs Hospital )

Cloppenburg, 22. Mai 2018.  Gesunder, erholsamer Schlaf ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) für rund 45 Prozent der Weltbevölkerung keine Selbstverständlichkeit. Ursächlich für einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus können viele Faktoren sein, zum Beispiel beruflicher und privater Stress, falsche Ernährung oder der übermäßige Konsum von Genussmitteln wie Kaffee oder Alkohol. Bisweilen verbergen sich hinter einem unregelmäßigen oder gestörten Schlaf auch ernsthafte Erkrankungsbilder. Das Schlaflabor im St. Josefs-Hospital Cloppenburg bietet den auf die Schlafmedizin spezialisierten Internisten und Pneumologen alle technischen und medizinischen Voraussetzungen, um den Ursachen für dauerhafte Schlafstörungen auf den Grund zu gehen und wurde aktuell mit modernster neuer Technik ausgestattet.  Nun wurde es erneut nach den Maßgaben der DGSM für die Dauer von zwei Jahren zertifiziert.

Das Schlaflabor im St. Josefs-Hospital besteht bereits seit 1999 in Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen Dr. Naber und Dr. Nerenz. Seit dem Jahr 2004 ist die Einrichtung durch die DGSM akkreditiert. Die Überprüfung der Standards durch die Fachgesellschaft findet alle zwei Jahre statt und bezieht sich sowohl auf die apparative Ausstattung als auch die Qualifizierung des Personals.

Dr. med. Thomas Möller, Chefarzt der Pneumologie, Beatmungs- und Intensivmedizin am St. Josefs-Hospital benennt Fälle, in denen eine schlafmedizinische Untersuchung angeraten ist, um negativen gesundheitlichen Auswirkungen entgegenzuwirken: „Bei Patienten mit gravierenden Schlaf- und Atemstörungen stellen wir häufig Bluthochdruck, eine erhöhte Schlaganfallrate und andere Folgeerkrankungen fest. Die als Schlafapnoe bezeichneten Atemaussetzer in der Nacht werden in der Regel vom Partner beobachtet und führen beim Patienten zu einer dauerhaften Tagesmüdigkeit und Leistungsminderung. Gerade eine chronisch gestörte Atmung führt dem Cloppenburger Chefarzt zufolge zu einer gesundheitlichen Ausnahmesituation. „Einige Patienten haben einen schweren Sauerstoffabfall im Blut, in etwa vergleichbar mit der physischen Belastung bei einer Himalayabesteigung“, erklärt Dr. Möller. Therapieansätze sind zum Beispiel C-PAP Geräte. Diese erzeugen über einen Luftstrom eine Art Luftsäule, die die erschlaffte Rachen – und Schlundmuskulatur stützt. Die Zunge und der weiche Teil des Gaumens können nicht mehr „ herunterfallen“,  so bleiben die Luftwege offen und der Patient kann durchatmen. Für Patienten, die aufgrund einer Lungenerkrankung an einer Erschöpfung der Atemmuskulatur leiden, erkennbar am ansteigendem Kohlendioxid im Blut, gibt es eine atemunterstützende Therapie, die zu einer spürbaren Entlastung der Muskulatur führt.

Während bei allen Patienten, die unter chronischen Schlafstörungen leiden, eine Beeinträchtigung von Gesundheit und Lebensqualität festzustellen ist, wird der schlechte Schlaf bei Personen, die zum Beispiel Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr oder Maschinen führen, zum Sicherheitsfaktor, da vermehrt ein Sekundenschlaf auftritt. Ist der Schlaf dauerhaft beeinträchtigt, sollte gerade bei diesen Patientengruppen eine medizinische Abklärung erfolgen, zu der auch die Untersuchung im Schlaflabor zählen kann. Die Untersuchung selbst ist für den Patienten völlig stress- und schmerzfrei. Eine Erfassung der elektrischen Körperfunktionen und Hirnströme in den unterschiedlichen Schlafstadien führt zur Erstellung eines Polysomnogramms. Die Schlafuntersuchung liefert zudem weitere wichtige Daten, unter anderem zu Herzfrequenz, Schnarchen, Atmung, Sauerstoffversorgung und Körperlage.

Dr. med. Bernadette Bröring-Wolf, Fachärztin für Innere Medizin und Schlafmedizin, freut sich über die Bestätigung des Zertifikats: „Die Akkreditierung durch die DGSM ist ein Qualitätsmerkmal und keineswegs einfach zu bekommen. Sie belegt, dass unsere Prozesse und Auswertungen strukturiert ablaufen und garantiert ein Höchstmaß an Therapie- und Patientensicherheit.“ Ein weiteres Qualitätsmerkmal sei die gute Vernetzung mit den niedergelassenen Fachärzten in Cloppenburg. Seit 2007 arbeitet die Klinik erfolgreich mit den Pneumologen beziehungsweise Schlafmedizinern Dr. Norbert Naber und Dr. Ulrich Nerenz zusammen.

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