Patientenforum

Das St. Josefs-Hospital Cloppenburg möchte Patienten, Angehörige und Interessierte über Krankheitsbilder und moderne Therapiemethoden informieren und zusätzlichen Raum für die Beantwortung von Fragen geben. Mit dem Wissen über Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten sowie Risikofaktoren können wichtige Entscheidungen für die Gesundheit getroffen werden.

Aus diesem Grund hat das St. Josefs-Hospital das "Patientenforum Cloppenburg" ins Leben gerufen. Die kostenlosen Informationsveranstaltungen richten sich an alle Interessierten und widmen sich  schwerpunktmäßig den Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten verschiedener Fachbereiche.

Orthopädie
Sportverletzungen, Knorpelschäden und Überlastungserscheinungen am Kniegelenk
26.11.2019, 18.00 Uhr

Sportverletzungen, Knorpelschäden und Überlastungserscheinungen am Kniegelenk

• Kreuzbandriße sind unterschiedlich und differenziert zu betrachten: Methoden zum Kreuzbanderhalt bzw. zur Kreuzbandplastik nach Verletzungen. Welche Bandplastiken erhalten high-impact Leistungssportler. Wann könnte ein "double banding" sinnvoll sein. In welchen Situationen kann das eigene verletzte oder gerissene Kreuzband repariert und erhalten bleiben? Welche weiteren kombinierten Bandverletzungen existieren am Kniegelenk?

• Knorpelschäden und Meniskusrisse: Auch diese Schäden sollten unbedingt gelenkerhaltend operativ adressiert werden. Wie geht man mit diesen sehr häufigen und meist ebenso bedeutsamen und oftmals nur als Begleitverletzungen bagatellisierten Verletzungen um?

 • Vermeidung einer Arthroseentwicklung: Knorpelregeneration mittels Achskorrekturen, Gelenkumstellungen und knorpelregenerativen Verfahren.

 • Kniescheibenprobleme: Was unternimmt man bei herausgesprungenen, instabilen und teilweise dysplastischen Kniescheiben, wie geht man mit Kniescheibenproblemen um.

 • Prävention und Sofortmaßnahmen: Wie vermeidet man Sportverletzungen? Wie gehe ich mit frisch Verletzten am Sportplatz oder anderen Unfallorten um? Etwa fünf Prozent der Sport treibenden Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr eine Kreuzbandverletzung. Etwa alle 5-6 Minuten reißt somit in Deutschland ein Kreuzband.

In der überwiegenden Zahl der Fälle sind diese mit schweren Begleitverletzungen, wie Meniskusrissen und relevanten Knorpelschäden assoziiert, in 10% der Fälle ist das hintere Kreuzband betroffen, auch andere Bänder können verletzt sein. Für die Patienten und ihr Umfeld bedeutet dies eine schwere plötzliche Beeinträchtigung des Alltags und in der Freizeitgestaltung.

Die Fachklinik für Orthopädie, Sportorthopädie und Unfallchirurgie im St. Josefs-Hospital Cloppenburg ist ein in der Region führendes Zentrum für rekonstruktive Kniegelenkschirurgie und Sportverletzungen. Der Begriff Kreuzbandchirurgie ist lediglich ein Oberbegriff für verschiedene rekonstruktive Behandlungsverfahren des Kniegelenks und ebenso verschiedenen komplexen Verletzungen. Eine tiefere und sortierende Differenzierung möchten wir mit dem anstehenden Vortrag über Sportverletzungen, auch für den Laien verständlich, vermitteln. Ein Kreuzbandriss ist eine der schwereren Knieverletzungen, die für Patienten oft eine lange Auszeit von allen sportlichen Aktivitäten nach sich zieht.

Ursachen für derartige Verletzungen können ein plötzliches Abstoppen oder eine Richtungsänderung sein, bei der das Knie bei feststehendem Unterschenkel verdreht wird. Häufig betroffen sind so genannte Stop-and-go-Sportarten wie Fuß- und Handball, Squash und Skifahren aber auch Hallensportarten, wie zum Beispiel das Trampolinspringen. Gerade bei jüngeren oder auch in der Mobilität anspruchsvolleren Patienten und bei Sportlern sollte ein Riss des vorderen Kreuzbandes operiert werden, da ansonsten ein frühzeitiger Verschleiß der Menisken droht. Später kann es zu einer Arthrose kommen, die heftige Knieschmerzen verursacht.

Besondere Aufmerksamkeit erfahren die in den letzten Jahren aus den USA eingeführten "All Inside"-Operationstechniken aber auch das ursprüngliche Kreuzband erhaltende Methoden. Auch die isolierte Betrachtung von einzelnen Bündeln der Kreuzbänder ist in den Fokus gerückt. Einige dieser Versorgungen überzeugen bei richtiger Indikationsstellung als besonders schonende Verfahren oder können zu besseren funktionellen Ergebnissen führen.

Dr. med. Boris Baron von Engelhardt, Chefarzt der Fachklinik für Orthopädie, Sportorthopädie und Unfallchirurgie im St. Josefs-Hospital Cloppenburg, erklärt die Vor- und Nachteile dieser differenzierten Methoden. Gerade in der All-Inside-Technik ist derzeit eine deutlich präzisere Platzierung eines neuen Kreuzbandes, ein Teilbündelersatz oder auch ein "double-Banding" möglich. Wir arbeiten rein arthroskopisch und setzen hierbei retrograde Bohrkanäle im Rückwärtsgang von innen nach außen. Dann ziehen wir das entsprechende Transplantat ein und setzen es unter eine optimal dosierte Spannung. So gelingt die genaue Rekonstruktion auch des einzelnen, gerissenen Bündels des vorderen Kreuzbandes.

Mittels dieser Methoden können wir präziser erweiterte Techniken, wie einen Telbündelersatz oder ein double Banding durchführen. Stellt sich der Patient früh genug, im Idealfall innerhalb von 2 Wochen, nach dem Trauma, in unseren Sprechstunden vor, kommen kreuzbanderhaltende Methoden wie das Ligamys-Verfahren oder auch "rigide Verfahren" wie ein „internal bracing“ des frisch gerissenen Kreuzbandes zum Einsatz.

Die Indikationsstellungen für diese besonderen Verfahren erfolgen nach sehr strengen Kriterien. Eine andere häufige Erkrankung oder unfallbedingte Verletzung ist die Meniskusläsion. Etwa doppelt so viele Männer wie Frauen sind jedes Jahr von einem operationswürdigen Riss des Meniskus betroffen. Unfallbedingte Indikationen sind verstärkt bei Patienten zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr zu beobachten. Ab dem 50. Lebensjahr überwiegen mit 75 Prozent die degenerativen Läsionen des Meniskus.

Der Meniskusriss gehört zu den häufigsten altersbedingten Schädigungen, aber auch Sportverletzungen des Kniegelenks. Etwa jeder dritte Bundesbürger ist einmal in seinem Leben davon betroffen. Der gesunde Meniskus wirkt wie ein Stoßdämpfer im Gelenk. Bei plötzlichen Drehbewegungen mit abruptem Stoppen kann er reißen oder zumindest eine schleichend zunehmende Rissformation ausbilden und letztendlich bei Verlust zu einer Arthroseentwicklung führen. Die degenerativen Meniscusläsionen sind häufig mit ursächlichen O-Beinstellungen, relevanten Knorpelläsionen oder auch Instabilitäten des Kniegelenkes kombiniert. Die Ursache einer frühen Meniskusdegeneration, wie eine O-Beindeformität mit beginnender Arthrosenetwicklung, sollte unbedingt erkannt und mit adressiert werden um nachhaltig schmerzfrei leben zu können und eine Arthroseentwicklung zu vermeiden.

Chefarzt Dr. von Engelhardt: „Der orthopädische Gelenkchirurg sollte ein ausgewiesener Spezialist für Kniegelenks-Operationen sein und nicht nur möglichst schonend das Kreuzband sanieren, sondern auch alle anderen Behandlungsmethoden der bestehenden Begleitverletzungen wie Knorpelschäden und Meniskusverletzungen und Verfahren, wie Achskorrekturen oder Knorpeltransplantationen in seinem Versorgungsrepertoire implementiert haben und beherrschen. Beispielsweise ist der administrative Aufwand für Knorpelzelltransplantationen berechtigterweise recht hoch und leider keine Selbstverständlichkeit für alle operativ tätigen Einrichtungen. Auch korrigierende Achsumstellungen, mit welchen oft erst ein nachhaltiges OP-Ergebnis erzielt wird und einer Arthroseentwicklung erfolgreich begegnet werden kann, werden leider oft nicht konsequent genutzt.“ Unabhängig davon, ob es sich beim Patienten um einen Spitzensportler oder Freizeitsportler handelt, in der Fachklinik für Orthopädie werden immer die gleichen ausgereiften und schonenden Methoden eingesetzt, um über reine Schlüssellochtechniken das Gelenk zu sanieren.

Das fachärztliche Team der Fachklinik für Orthopädie, Sportorthopädie und Unfallchirurgie bietet eine eigene Sprechstunde für Kniegelenksprobleme und Sportverletzungen an, hier werden Patienten ausführlich untersucht und beraten und dementsprechend operativ oder konservativ versorgt. Diese Patientenveranstaltung richtet sich an alle Betroffenen mit Gelenkbeschwerden, Kniescheibenproblemen, Knorpel- und Meniskusschäden und Betroffene von Sportverletzungen. Auch Aktive von Vereinen, Ersthelfern am Sportplatz und in der Halle, Trainer, Physio- und Ergotherapeuten, Fitnesstrainer und Sportwissenschaftler und alle weiteren Interessierten sind natürlich herzlich eingeladen.

Mit diesem Vortrag soll ein insgesamt tieferes Verständnis zu diesen sehr häufigen Gelenkverletzungen vermittelt werden. Zur Verbesserung der Verständlichkeit werden die typischen Unfallmechanismen, Möglichkeiten zur Prophylaxe von Sportverletzungen, Erstmaßmaßnahmen bei Verletzungen und die dauerhafte Sanierung und Behandlung von Gelenkschäden bildreich und mit vielen Videoaufnahmen dargestellt. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 26. November 2019, um 18.00 Uhr im Mariensaal des St. Josefs-Hospitals Cloppenburg statt. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Orthopädie
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Weitere Themen und Termine sind in Planung. Detaillierte Informationen erfolgen zeitnah.

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