Patientenforum

Das St. Josefs-Hospital Cloppenburg möchte Patienten, Angehörige und Interessierte über Krankheitsbilder und moderne Therapiemethoden informieren und zusätzlichen Raum für die Beantwortung von Fragen geben. Mit dem Wissen über Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten sowie Risikofaktoren können wichtige Entscheidungen für die Gesundheit getroffen werden.

Aus diesem Grund hat das St. Josefs-Hospital das "Patientenforum Cloppenburg" ins Leben gerufen. Die kostenlosen Informationsveranstaltungen richten sich an alle Interessierten und widmen sich  schwerpunktmäßig den Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten verschiedener Fachbereiche.

Orthopädie
Patientenzufriedenheit nach Kunstgelenkversorgungen am Kniegelenk: Gründe für eine postoperative Unzufriedenheit bis hin zu Wechseloperationen
28.08.2018, 18:00 Uhr

Patientenzufriedenheit nach Kunstgelenkversorgungen am Kniegelenk: Gründe für eine postoperative Unzufriedenheit bis hin zu Wechseloperationen

Das Kniegelenk ist das komplexeste Gelenk des Menschen. Eine Erkrankung oder Verletzung des Knies kann eine gelenkerhaltende Operation oder einen teilweise bzw. vollständigen Gelenkersatz erforderlich machen. Sowohl die gelenkerhaltenden Verfahren, aber auch die Knieendoprothetik haben gerade in den letzten Jahren eine rasante und sehr erfreuliche Entwicklungen und viele Verfeinerungen und Verbesserungsmöglichkeiten erlebt. Vielen Fehlern der Vergangenheit konnte mittlerweile erfolgreich begegnet werden. Auch können teilweise gelenkerhaltende operative Verfahren gewählt werden, um den Beschwerden sinnvoll und Nachhaltig zu begegnen. Schon die Indikation zu einer Kniegelenksoperation sollte sehr sorgfältig und in der Regel behutsam gestellt werden. Der Begriff Arthrose ist hierbei lediglich ein Sammelbegriff, sowohl die Ursachen, als auch die Art der Ausbildung einer Arthrose und die verschiedenen Therapieansätze sind oft unterschiedlich gelagert. Eile zu einer Operation ist in der Regel nicht geboten. Das Beschwerdebild sollte vielmehr über einen längeren Zeitraum vorhanden sein. Bei der Arthrose sind Knieschmerzen beim Treppensteigen oder Laufen auf unebenem Grund, beim Aufsetzen aus einem Stuhl oder im Sinne von Anlaufschmerzen häufig zu finden. Die Patienten verspüren oft ein Knirschen und Reibegefühl bei der Bewegung sowie heftige Schmerzen unter Belastung. Die Beweglichkeit des Gelenkes, der tägliche Bewegungsradius und die Lebensqualität schränkt sich oft zunehmend ein. Auch kann eine Schwellneigung und Überwärmung des betroffenen Gelenks hinzukommen. Wird die Notwendigkeit eines teilweisen oder vollständigen Kniegelenkersatzes festgestellt und entscheidet sich der Patient für ein operatives Verfahren, erfolgt zunächst eine genaue klinische Analyse unter Einbezug der radiologischen Verfahren, um die beste Versorgungsweise für den Patienten zu wählen. Teilweise kann ein maßgefertigter Gelenkersatz sehr sinnvoll und vorteilhaft sein. Letztendlich entscheiden die Passgenauigkeit und viele weitere anatomische Voraussetzungen über die Art und Weise der Versorgung. Im nächsten Patientenforum am Dienstag, 28. August 2018, 18.00 Uhr, erläutert der Chefarzt der Fachklinik für Orthopädie am St. Josefs-Hospital Cloppenburg, Dr. med. Boris Baron von Engelhardt, in welchen Fällen die Implantation eines künstlichen Gelenkes notwendig wird, welche Art des Gelenkersatzes und welche Optimierungsmöglichkeiten es gibt. Auch werden die häufigsten Implantationsfehler und andere Ursachen für Probleme in der Knieendoprothetik dargelegt. Hier spielen beispielsweise Rotationsfehler, Probleme in der Bandführung, Kniescheibenprobleme, Ungenauigkeiten in der Passform und viele andere Faktoren einer Rolle. Die Probleme um Kniegelenke können teilweise sogar eine Wechseloperation des Kunstgelenkes notwendig werden lassen. Als zertifiziertes und überregional bedeutsames EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) ist die Fachklinik für Orthopädie durch die langjährige Erfahrung für die Primär- und Wechseleingriffe optimal eingestellt und ermöglicht eine bestmögliche und routinierte Versorgung der Patienten. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen an den Referenten zu stellen. Diese kostenlose Veranstaltung findet im Mariensaal des St. Josefs-Hospitals Cloppenburg statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gynäkologie
Myome der Gebärmutter - moderne, schonende Behandlungsmöglichkeiten
11.09.2018, 18:00 Uhr

Myome der Gebärmutter

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore des weiblichen Genitaltrakts und können sich bei jeder Frau entwickeln. In der Regel entstehen die Wucherungen zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr. Etwa ein Viertel der betroffenen Frauen kann mit einem Myom beschwerdefrei leben und es ist keine Behandlung nötig. Bei den übrigen Frauen treten am häufigsten Blutungsstörungen wie eine starke, lang anhaltende Monatsblutung oder Zwischenblutungen auf. Aber auch Schmerzen im Bereich des Unterbauches oder Rücken, häufiger Harndrang oder Verstopfungen können Hinweise auf ein Myom sein. Ferner können Myome Komplikationen in der Schwangerschaft auslösen: Vorzeitige Wehen, Fehlgeburten Eileiterschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit gehören zu den schwerwiegenden Auswirkungen. Wenn Beschwerden auftreten können Myome, je nach Größe und Lage, dem Alter der Frau und der eventuellen Familienplanung, individuell behandelt werden. Dabei wird sehr großen Wert auf eine möglichst schonende Therapie gelegt. Im nächsten Patientenforum am Dienstag, 11. September 2018, 18.00 Uhr möchte der Chefarzt der Gynäkologie am St. Josefs-Hospital Cloppenburg, Dr. med. Armin Rütten, den Zuhörern erläutern, wann Myome einer Behandlung bedürfen und welche modernen und schonenden Methoden es dafür gibt. Im Anschluss haben die Zuhörer die Möglichkeit, persönliche Fragen an den Referenten zu stellen. Die kostenlose Veranstaltung findet im Mariensaal des St. Josefs-Hospital Cloppenburg statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Viszeralchirurgie
Mal ehrlich: Wann wird´s im OP lebensgefährlich?
13.11.2018, 18:00 Uhr

Mal ehrlich : Wann wird`s im OP lebensgefährlich ?

Patientensicherheit und Qualitätsanspruch der chirurgischen Arbeit im Bauch-OP sind das Thema des nächsten Patientenforums am St. Josef Hospital in Cloppenburg. In einem Operationssaal gehört die sichere Beherrschung von unerwarteten Situationen zur Tagesordnung. „ Insbesondere Notfall-Patienten im Bauch-OP sind zumeist komplex erkrankt, lebensbedrohlich gefährdet und bedürfen einer sofortigen medizinischen Versorgung in unterschiedlichem Ausmaß. Trotz Standardisierung ist jeder Patient im Bauch-OP dabei individuell zu behandeln“, erklärt Dr. Hempen, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josef Hospital in Cloppenburg. Am Dienstag, den 13.11.2018 um 18:00 Uhr wird es deshalb um die gesicherten Abläufe im Bauch-OP gehen. Welche Sicherheits-Maßnahmen gibt es, wo sind Check-Listen sinnvoll und wie wird eine Notfall-OP sicher überwacht ? Interessierte Zuhörer erhalten an diesem Abend einen umfassenden Einblick in die Sicherheitsstrukturen im Bauch-OP. Dabei werden auch vielfältige Vergleiche zwischen Medizin und Fliegerei aufgezeigt, denn sowohl im Cockpit als auch im OP-Saal sind klare Sicherheitskriterien nötig. „Genau wie Piloten gehören auch Bauchchirurgen einer Hochrisiko-Berufsgruppe an. Wir tragen regelmäßig eine besondere Verantwortung und kleinste Fehler können weitreichende Folgen für unsere Patienten haben“ so Hempen. Um überhaupt den Anforderungen eines Hochleistungs-Risiko-Berufes gewachsen zu sein, müssen Chirurgen wie Piloten deshalb eine lange Ausbildungs- und Weiterbildungszeit absolvieren. Kommunikationsvermögen, Entscheidungskompetenz, Gelassenheit und psychische Stärke gehören zu den unbedingten Eigenschaften, die beiden Berufen wegen des hohen Leistungsdrucks gemein sind. „Zusätzlich brauchen Bauchchirurgen eine besondere Hilfsbereitschaft und selbstverständlich auch Empathie“, ergänzt Hempen. Das Management von komplexen Situationen im Bauch-OP muss immer wieder differenziert trainiert werden. Dabei kann die Bauchchirurgie in Sachen Sicherheitsmanagement viel von der Luftfahrt lernen. Mögen die Berufsausübungen noch so unterschiedlich sein, so sind für Piloten und Chirurgen gleichermaßen Aspekte wie Teamarbeit, die Interaktion mit Instrumenten und Technik, Zeitmanagement, Ökonomie, Leistungsdruck und nicht zuletzt auch das hohe Maß an Verantwortung unmittelbar vergleichbar. In punkto verbindliche Kommunikation, gelebte Fehlerkultur und differenziertes Sicherheitsmanagement lohnt es, von den erfolgreichen Verfahren der Fliegerei zu lernen, geeignet zu adaptierten, um sie nachfolgend modifiziert im Bauch-OP anwenden zu können“, so Dr. Hempen. Für die Medizin hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb bereits im Jahr 2007 eine „Surgical Safety Checklist“ für die Patientensicherheit im Operationsbereich entworfen. Diese wurde zunächst weltweit in acht Kliniken unter Einschluss von Krankenhäusern der Primär- und Maxilmalversorgung evaluiert, mit dem Ergebnis, dass bei den eingeschlossenen Patienten eine signifikante Reduktion der Sterblichkeit (Letalität) von 1,5 auf 0,8 % und zudem eine signifikante Reduktion der Rate schwerer Komplikationen von 11 auf 7 % erzielt werden konnte. „In der medizinischen Versorgung und im OP muss stets die Patientensicherheit im Fokus stehen“, erläutert Hempen. In diesem Zusammenhang sei auch eine differenzierte Fehlerkultur, wie sie bei der Luftfahrt praktiziert werde, ebenfalls wünschenswert, denn sie sei wichtiger Bestandteil eines Risikomanagementsystems und damit ein entscheidender Faktor, das potentielle Eintreten unerwünschter Ereignisse im OP zu minimieren oder diese bestenfalls gänzlich zu verhindern. Chirurgie und Luftfahrt vereint aber auch die Bereitschaft, lebenslang zu lernen. „Gerade die Bauchmedizin hat sich in den letzten dreißig Jahren rasant und überaus innovativ entwickelt“, erklärt Hempen. „Wir sind darauf ausgerichtet, Innovationen möglichst rasch und sicher in die OP-Praxis einzuführen nachdem wir uns mit den neuen Methoden angemessen vertraut gemacht haben“. Die generelle Bereitschaft, offen gegenüber Weiter- oder Neu-Entwicklungen zu sein, erlaubt es uns auch, erfolgreiche Systeme aus der Luftfahrt zu reflektieren und ggf. in modifizierter Form in den OP zu transferieren“, so Dr. Hempen. Dr. Hempen wird an diesem Abend umfassend darüber informieren , worauf Patienten im Vorfeld einer Operation unter Sicherheitsaspekten besonders achten sollten und welche sinnvollen Fragen dem Chirurgen vorab gestellt werden können. Im Anschluss an die Veranstaltung können Fragen an den Referenten gestellt werden. Der Eintritt ist frei.

Weitere Themen und Termine sind in Planung. Detaillierte Informationen erfolgen zeitnah.

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